04 Januar 2017

[Mom Life] Mama-Mythos Schlafmangel & Tipps für müde Mamas

Heute war wieder so ein Morgen, an dem der kleine Lord mich gegen 8 Uhr weckte und ich mir nur dachte: "Aaah, mein Königreich für ein Mal ausschlafen! Auch drei zusätzliche Stunden am Stück würden mir schon reichen!".

"Hä?" denkt ihr jetzt, "8 Uhr ist doch ne angenehme Zeit". Ja, ist es auch, wenn man die Stunden vorher gut geschlafen hat. Wenn man aber nachts alle zwei Stunden von dem kleinen Würmchen neben einem geweckt wird, dann fühlt man sich auch um 8 Uhr morgens gegebenenfalls sehr, sehr müde.

Überhaupt ist ja das Thema Schlafen ein riesengroßes, wenn man ein Kind bekommt. Und es potenziert sich sicherlich nur mit dem Hinzukommen weiterer Kinder.

Kaum ist man schwanger, schallt es schon aus allen Richtungen: "Genieße deinen Schlaf, ruh dich noch mal ordentlich aus. Das wird bald nicht mehr so sein, hihihihi." Was einem keiner sagt: Der fiese Schlafentzug beginnt schon in der Schwangerschaft. Andauernd muss man nachts auf die Toilette, hat üble Wadenkrämpfe und auch das Liegen – egal in welcher Position – ist irgendwann einfach nicht mehr bequem. So kommt es, dass ich sicher seit drei Monaten vor der Geburt keine Nacht mehr durchgeschlafen habe.

 Koffeinfreier Kaffee ist auch keine Lösung...

Es sind bisher also 7,5 Monate ohne auch nur ein Mal ausgeschlafen oder überhaupt länger am Stück geschlafen zu haben und ich weiß, dass noch viele, viele solcher Nächte folgen werden.

Aber wisst ihr, was das Komische ist? Ich finde es gar nicht so schlimm. Und ich bin eigentlich jemand, der das Schlafen LIEBT! Ja, es ist LIEBE in Großbuchstaben!

Klar bin ich jetzt manchmal sehr, sehr müde. Unglaublich müde. So wie heute Morgen zum Beispiel. Und trotzdem komme ich gut durch den Tag, fühle mich größtenteils fit und ausgeglichen. Seltsam. Ich hätte in den ersten Monaten mit viel mehr Zombie-Feeling gerechnet. Sogar an Silvester habe ich besser durchgehalten als in manchen Jahren zuvor.

Und das - dem Stillen sei Dank - ganz ohne (koffeinhaltigen) Kaffee oder Energydrinks.

(Man sollte wissen, dass mein Energydrink-Konsum vor der Schwangerschaft schon so legendär war, dass die Kollegen mir mal eine Batterie Red Bull zum Geburtstag schenkten und ich stets anklagend angeschaut wurde, wenn es im Büro mal nach Gummibärchenplörre roch.)    

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Mensch ein komisches Wesen ist und man sich an vieles gewöhnt. Auch an zerstückelte Nächte über einen langen Zeitraum hinweg und dass man trotzdem gut funktionieren und leben kann.

Und sollte es doch einmal zu heftig werden, wenn der Zeitpunkt kommt, an dem die Müdigkeit einen vollständig lähmt, dann gibt es mehrere Optionen:

1. Schlafe, wenn das Baby schläft: Eigentlich mag ich diesen Spruch gar nicht, denn meistens muss oder will man andere Sachen machen, während das Baby schläft. In Ruhe essen zum Beispiel. Oder Wäsche aufhängen. In meinen müdesten Stunden mache ich aber genau das: Ich lege mich mittags/nachmittags mit dem müden Baby ins Bett und schlafe eine Stunde mit. Danach fühle ich mich meist besser. Mir ist klar, dass das nicht immer funktioniert. Vor allem dann nicht, wenn man mehrere Kinder zu betreuen oder Termine hat. Aber wenn ihr die Möglichtkeit habt: probiert es mal aus.

2. Auszeit für Mama: Holt euch Unterstützung und gönnt euch ein paar Stunden Pause, die ihr explizit zum Schlafen nutzt. Nicht zum Netflix-Gucken, nicht zum Online-Shoppen und schon gar nicht zum Putzen! Vielleicht kann der Papa mal am Sonntagmorgen die Kinder bespaßen und ihr dreht euch noch mal um. Oder die Oma, Freundin, Nachbarin greift euch unter die Arme und ihr macht einfach mal die Schlafzimmertür hinter euch zu.

3. Früh ins Bett: Ich weiß, die wenigen Stunden zwischen Baby abends ins Bett bringen und der ersten nächtlichen Fütterungs-/Wickel-Unterbrechung sind heilig. Mir auch! Es sind aktuell die einzigen zusammenhängenden zwei-drei Stunden am Tag, an denen ich selbstbestimmt und völlig egoistisch etwas machen kann. Aber, Freunde, wenn man müde ist, dann kann man diese Stunden auch mal für zusätzlichen Schlaf opfern. Dann geht man halt um 19 Uhr ins Bett. Ist doch okay.

4. Frische Luft: Wenn es nicht anders geht und ihr durchpowern müsst: Öffnet das Fenster und atmet tief ein, oder – noch besser – packt die Kinder ein und geht nach draußen. Frische Luft und Sonnenlicht machen müde Geister munter.

 xoxo

  

1 Kommentar

  1. Schön ehrlich geschrieben und das werde ich im Hinterkopf behalten, wenn sich mal bei mir ein Untermieter einfindet ;)
    Liebe Grüße Tammy

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