07 März 2017

[Mom Life] Wie ich auch eine von "diesen" Müttern wurde.

Als Kinderlose_r macht man sich ja gern mal lustig über die Übermütter, die keinen anderen Lebensinhalt zu haben scheinen als das eigene Kind. 

Halb mitleidig, halb spöttelnd denkt man sich: "Die hat sich ja selbst komplett aufgegeben, ist nur noch 'Mutter', gar nicht mehr 'Frau'. So wird mir das jedenfalls nicht gehen, wenn ich mal Kinder habe. Ich bleibe wie ich bin und lasse mir das nicht nehmen, nur weil es ein Kind in meinem Leben gibt.



Ich würde über mich selbst sagen, dass ich vielseitig interessiert bin, aber gar nicht so sehr an den typischen "Frauen-Themen". Ich schaue lieber Twitch-Streams als Greys Anatomy, investiere mein Geld lieber in Gadgets als in Stöckelschuhe und einen Putzfimmel habe ich leider absolut nicht, auch wenn mein Mann das ganz gut finden würde. ;)

(Nicht, dass man als Frau nicht nerdy sein kann oder nur ans Kochen und Putzen denken muss, aber wir denken hier gerade in Klischees, also "hear me out".)

Und dann kommt das Kind, stellt dein Leben auf dem Kopf, du blickst auf die vergangenen 6 Monate zurück und stellst fest: Du bist ein wandelndes Mama-Klischee!! Auf Instagram besteht dein Profil zu 90% aus Baby-Fotos, sogar dein Beauty- und Lifestyle-Blog erlebt einen Relaunch als Mama-Blog.


Wie konnte das passieren? Wie verdammt noch mal konnte es so weit kommen?

Im Sinne meines eigenen Seelenheils versuche ich mich an einer Analyse der Gegebenheiten:

1. Es ist Liebe! 

Mitte August vergangenen Jahres kam dieser kleine Mensch zu uns und ich war von der ersten Sekunde an verliebt. Die Intensität der Gefühle, die da entstanden sind hatte ich völlig unterschätzt! Was die Hormone anstellen können ist schon verrückt! Und ihr wisst ja, wie das ist, wenn man frisch verliebt ist... Da gibt es wenig anderes, was einen beschäftigt. Und seien wir mal ganz ehrlich: Ein bisschen stolz sind wir doch auch, das dieses putzige Etwas jetzt zu unserer Gang gehört.

2. You are what you do. 
  
Im Social Web teilen wir das, was uns beschäftigt oder das, was wir den lieben langen Tag so machen. Und, guess what, mit einem neuen Baby macht man erstmal nichts anderes, als sich um eben dieses Baby zu kümmern. Man hat dieses niedliche Ding quasi in jeder wachen Minute vor der Nase. Kein Wunder also, wenn sich fast jeder Social Post plötzlich mit dem Baby beschäftigt. Viel anderes passiert meist eben nicht. Zumindest ist das Baby (fast) immer dabei.

3. Willkommen im Club.

Gerade in Sozialen Netzwerken suchen wir den Austausch mit Gleichgesinnten. Ist das Baby auf der Welt, wird man direkt in den Mama-Club aufgenommen. Dass man sich den anderen angleicht, was die Inhalte angeht, liegt da nahe. Schließlich beschäftigen uns die gleichen Dinge.

4. Neue Themen. 
 
Mit einem Baby zieht auch ein Wust an Themen, Fragen und Meinungen ein, über die man sich vorher nie Gedanken gemacht hat. Über Twitter, Blogs, Facebook und Instagram lässt sich hervorragend über diese neuen Themen fachsimpeln. Die anderen Mamas stehen einem meistens gern mit Ratschlägen zur Seite. Dass es häufig genug auch zu wilden, hoch emotionalen Diskussionen kommt ist eine andere Sache...

Fazit:
Also ja, wenn man das so oberflächlich betrachtet: Der Mama-Kosmos hat mich mit Haut und Haaren geschluckt und ich finde das gar nicht schlimm. Es ist einfach der natürliche Gang der Dinge. 

Aber andererseits, auch wenn es nach außen hin nicht so scheint, ich habe meine "ursprünglichen" Interessen nicht aufgegeben. Sie laufen nur aktuell etwas im Hintergrund. Ich höre Hörbücher statt sie zu lesen, die Twitch-Streams laufen nebenbei beim Wickeln oder Aufräumen. Auf unseren geliebten Reisen wird der Kleine zukünftig dabei sein.

Ist doch halb so wild. 

Nur wie ich Zeit finden soll, um an der neuen Nintendo Switch zu daddeln, die ich eigentlich ganz gern hätte, das ist noch ungeklärt... ;)

xoxo 

Weil das hier das Internet ist, fühle ich mich genötigt, einen kleinen Disclaimer zu verfassen: Bitte lest den Text mit einem Augenzwinkern, denn so ist er auch geschrieben worden. Und, auch wenn man es sonst tunlichst vermeidet, hier dürft ihr gern mal die "Klischee-Brille" aufsetzen. Danke. ;)

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